Interessengemeinschaft der Krieger-, Veteranenvereine
und Soldatenkameradschaften im Landkreis Rosenheim e.V. (IG Rosenheim)



Aktuelles aus den Vereinen

Veteranen- und Kriegerverein Wildenwart hat seine alte Fahne von 1907 renovieren lassen

Die beiden Wildenwarter Veteranenfahnen von 1907 (rechts) und 1977 (links)

 

Fähnrich Jakob Steiner vom Wildenwarter Veteranen- und Kriegerverein mit der neu renovierten Fahne des Vereins von 1907.

 

Die neue Wildenwarter Fahnenspitze: wie 1907 ziert ein bayerischer Löwe aus Messing mit der Königskrone die Spitze des Fahnenstocks

Voller Stolz präsentierte Fähnrich Jakob Steiner vom Wildenwarter Veteranen- und Kriegerverein beim Bezirkstreffen der IG Rosenheim erstmals die neu renovierte Fahne des Vereins von 1907. Die Fahne wies nach über 100 Jahren Dienst für den Verein deutliche Gebrauchsspuren auf und wurde deshalb nach der Weihe der zweiten Fahne 1977 über 30 Jahre nur noch mit größter Sorgfalt verwendet. Trotzdem verschlechterte sich der Zustand immer mehr, zahlreiche Brüche im Fahnentuch und in den Bildern und Stickereien, die sich einfach auflösten, waren mit Vereinsmitteln nicht mehr zu beheben. Die Vorstandschaft schlug den Vereinsmitgliedern bei der letzten Generalversammlung daher vor, die Fahne renovieren zu lassen und damit die Schäden am Tuch, an der Stickerei und am Zierrat zu beheben. Die Versammlung gab ihre Zustimmung und so kam das ehrwürdige Stück für fast ein halbes Jahr zur Fahnenstickerei Kössinger nach Schierling. Hier erfolgte zunächst eine gründliche Aufnahme der Schäden und die Fachleute schlugen der Vorstandschaft verschiedene Möglichkeiten zum weiteren Erhalt des Fahnenbildes und der verschiedenen Stickereien auf beiden Seiten vor. Dann begannen die Arbeiten, alle Teile, die erhalten werden konnten wurden - soweit möglich - im Originalzustand belassen, bei den Partien, bei denen die Schäden bereits zu weit fortgeschritten waren wurden die notwendigen Ergänzungen und Ausbesserungen angebracht. Die Fahnenspitze ziert nun wieder – wie 1907 - ein Löwe aus Messing mit der bayerischen Königskrone auf dem Haupt; sein allererster Vorgänger, der seit 1907 die Wildenwarter Fahne geziert hatte - musste bei Beginn des Zweiten Weltkriegs am 15.April 1940 zur Buntmetallsammlung abgegeben werden. Statt seiner sollte ein „Deutscher Adler“ beschafft werden. Tatsächlich wurde es aber ein grob geschmiedetes Hakenkreuz, das beim Verein noch heute vorhanden ist. Nach dem Krieg setzte sich über 60 Jahre lang ein republikanischer Löwe auf die Fahnenspitze – ohne Königskrone.
Nach dem Abschluss aller Arbeiten ist das ausgesucht schöne Stück alten Münchner Klosterhandwerks nun wieder im bestmöglichen Zustand, die Kosten für die Reparatur trägt der Veteranen- und Krieger-verein Wildenwart.
Die Wildenwarter Veteranenfahne ist – wie der Verein selbst - 103 Jahre alt; um dem Verein möglichst schnell zu einer eigenen Fahne zu verhelfen, wurde noch im Gründungsjahr 1907 eine Sammlung durchgeführt. Als erster trug sich Prinzregent Luitpold von Bayern in die Spendenliste ein; ihm folgten die Königlichen Hoheiten Erzherzogin Adelgunde von Modena, Prinzess Ludwig von Bayern, Prinz Karl von Bayern, Prinzessin Klara von Bayern und viele weitere Spender aus dem Dorf, die heute noch in Wildenwart geläufige Namen tragen. Beschlossen wurde die Liste von den beiden Königlichen Hofköchinnen, die auch ihr Scherflein zur neuen Fahne beitrugen. Insgesamt gingen im ersten Monat nach der Vereinsgründung 1285 Mark an Spenden ein. So wurde bereits im Mai 1907 die Fahne bei den Armen Schulschwestern in München bestellt. „Am 17.August 1907 war für die Wildenwarter Veteranen der große Tag der Fahnenweihe“, heißt es im erhaltenen Protokollbuch des Vereins. „Bei herrlichem Wetter wurde die neue Fahne durch den Pfarrer von Prien, Sebastian Fischer, geweiht, Patenverein war der Veteranenverein von Rimsting“. In Anwesenheit zahlreicher Königlicher Hoheiten – im Protokollbuch sind aufgeführt Erzherzogin Adelgunde von Modena, Prinz Karl von Bayern, Prinzessin Klara von Bayern und die Herzogin von Kalabrien - sprach die Fahnenbraut Therese Mühltaler den Prolog und übergab die neue Fahne an den ersten Fähnrich Lorenz Freund; Therese Gasbichler, Regina Freund und Justina Stocker, übergaben die weiteren Bänder: das Band der Wildenwarter Jungfrauen, das Patenband und das Band der Frauen, Monika Fritz heftete das Rimstinger Patenband an die neue Fahne. Vorstand Xaver Prankl aus Rimsting hielt als Vorstand des Patenvereins eine viel beachtete Rede in der er auf den Sinn der Veteranenvereine einging. 24 Veteranenvereine aus der näheren und weiteren Umgebung nahmen an dem Fest teil.

Text und Fotos: H. Rehberg


 

Jahrtag der Veteranen in Sachrang 2010

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„Nie wieder Krieg“ war nach dem Zweiten Weltkrieg die Devise der Politik und nur zum Erhalt des Friedens in unserer Zeit wurden die deutschen Streitkräfte aufgebaut“, erklärte der Sachranger Veteranenvorstand Fritz Pfaffinger bei der Feierstunde am Sachranger Kriegerdenkmal, „jetzt aber haben unsere Politiker diesen Vorsatz anscheinend vergessen und schicken deutsche Soldaten zu Kampfeinsätzen in alle Welt. 5000 Männer und Frauen stehen in einem heimtückischen Partisaneneinsatz in einem fernen Land, in einem Krieg, der uns nichts angeht und vertreten die Interessen von fremden Mächten, aber nicht unsere eigenen. Unser Land hat erstmals nach dem Krieg wieder tote Soldaten zu beklagen. Wir hier in Sachrang wissen, welches Ausmaß an Leid und Tränen für die betroffenen Familien der Krieg bedeutet, es gibt keine einzige Familie im ganzen Tal, die im letzten großen Krieg ohne den Verlust eines Sohnes oder Bruders geblieben wäre. Hoffen wir, dass das Sachranger Kriegerdenkmal durch die vielfältigen Einsätze der Bundeswehr in den kommenden Jahren nicht mit neuen Namen ergänzt werden muss“.
Traditionsgemäß beging die Krieger- und Soldatenkameradschaft Sachrang am Pfingstmontag ihren Jahrtag. Der Patenverein aus Schleching, die Kriegervereine aus Erl, Kössen, Niederndorf und Walchsee, eine Abordnung der Kaiserjäger aus Kufstein, der Aschauer Veteranenverein, sowie die Sachranger Dorfvereine beteiligten sich am Festgottesdienst in der vollbesetzten Kirche Sankt Michael, den Pfarrer Hermann Overmeyer zelebrierte und am Libera am Kriegerdenkmal, gehalten von Diakon Hans Weber. Vorstand Fritz Pfaffinger und Bürgermeister Werner Weyerer legten Kränze zum Gedenken für die Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen des Dorfes nieder, die Aschauer Musikkapelle umrahmte die Feierstunde musikalisch.

Text und Fotos: H. Rehberg


 

Wehrmacht und Bundeswehr
Ehrungen bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft Ramerberg

Ramerberg (prj) – Zweimal im Jahr wird am Ehrenmal in Ramerberg den Kriegsopfern der Pfarrei mit einer Kranzniederlegung gedacht, wie allgemein üblich am Volkstrauertag und im Frühjahr als Erinnerung an die Vereinsgründung der KSK im Mai 1923. Nach dieser traditionellen Gepflogenheit treffen sich  seit nunmehr  87 Jahren die Fahnenabordnungen der Ramerberger Ortsvereine zusammen mit der Krieger- und Soldatenkameradschaft zum Gedenkgottesdienst mit  Ehrung am Kriegerdenkmal.

Von Vereinsvorstand Hans Weiderer geehrt wurde Rupert Forstner als einer der letzten aktiven Kriegsteilnehmer sowie Alois Kirchlechner als Bundeswehrreservist für 50-jährige Mitgliedschaft bei der KSK-Ramerberg    (Erklärung von links) FOTO PENZKOFER

Bei der anschließenden Frühjahrsversammlung stand die Ehrung langjähriger Mitglieder im Mittelpunkt.     Dabei wurden Rupert Forstner und Alois Kirchlechner für 50-jährige Vereinstreue ausgezeichnet. (Bild) Vom Vereinsvorstand Hans Weiderer bei der Ehrung zusammengefasst ist Rupert Forstner einer der letzten aktiven Kriegsteilnehmer. Eingebunden in die politischen Machenschaften der damaligen Zeit, kam er nach der Schule ins Wehrertüchtigungslager und anschließend zum Arbeitsdienst. Kaum 16 Jahre alt, musste Rupert Forstner noch zum  Kriegseinsatz nach Jugoslawien und wurde erst Ende 1948 aus der Gefangenschaft entlassen. Im Gegensatz dazu ist Alois Kirchlechner einer der ersten Bundeswehr-Soldaten die vor einem halben Jahrhundert im Kreis der damaligen Ramerberger Kriegsveteranen als Vereinsmitglied aufgenommen wurden. Nach 30 Dienstjahren in der Vorstandschaft wurde Alois Kirchlechner bereits vor fünf Jahren bei seinem Ausscheiden als Vorsitzender der KSK-Ramerberg zum Ehrenvorstand ernannt.
Für 40-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden Georg Brummer, Peter Eutermoser und Johann Salzer.  Die silberne Anstecknadel für 25 Jahre erhielten Helmut Gerer und Hans Peter Kleiner.    

Mit Ausnahme von Peter Winklmayr, der als Einziger bei der Neuwahl der Vorstandschaft nicht mehr kandidierte, wurde das bisherige Gremium in ihren Ämtern bestätigt. So bleibt Hans Weiderer erster Vorsitzender. Sein neuer Stellvertreter ist Josef Schosser junior der als Nachfolger für Peter Winklmayr nun dieses Amt bekleidet. Keine Veränderung gab es bei Rudi Riedl als Kassier, den Kassenprüfern Franz Untergehrer und Leonhard Käsweber sowie Josef Maier als Schriftführer. Zu den bisherigen Beisitzern Hans Sixt und Ludwig Bürger kamen Werner Leonard und Leonhard Käsweber hinzu. Als Fähnrich wird Josef Schuster von Josef Dasch und Josef Stellner begleitet.   prj

Weitere Infos zur KSK Ramerberg: http://www.ramerberg.de/ und dann -> Vereine -> Veteranen